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Anerkennung und Förderung von E-Sport auf nationaler Ebene


#65

So w√ľrde ich es auch sehen.

Das Herzst√ľck von unserem Verein/Haus war ein ‚ÄúJugendkommunikations- und Freizeittreff‚ÄĚ mit betreuter Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe und einem Spielecafe.

Das war aber 93/4 geschrieben und dann umgesetzt. W√ľrde es heute das Gesamtkonzept noch mal zu schreiben sein, m√ľ√üte es um Computerspiele auf jeden Fall erweitert werden‚Ķ das J√∂rg schon auf den Wandel der Zeit hingewiesen.

Ich denke aber, sowas gehört gefördert - unter dem Aspekt Vereine zur Jugend und Sozialarbeit, wo viele gleichermaßen dran Teilhaben können und nicht als Förderung von Spitzensportlern und Großverdienern.
Man W√ľrde Karaoke oder DSDS ja auch nicht besonders F√∂rdern, damit Deutschland beirgendwelchen Euro-Visionen mal ne Chance hat und daf√ľr gef√∂rderte Musikschulen vernachl√§ssigen.


#66

Hi Jojo, danke f√ľr deine Hintergrundinfos. Ich stimme dir zu, dass ich nicht von E-Sport gesprochen habe, und davon habe ich keine Ahnung. Ich sehe die Sache anders, wenn neben dem Spielen am PC auf andere Aktivit√§ten, die beim Sport wichtig sind, Gesamtk√∂rperliches Training, unmittelbarer Kontakt der Spieler, soziales Vernetzen, ‚Ķ Wert gelegt wird. Wenn das Teil der Sportart ist, kein Problem. Diese Infos, die du jetzt gegeben hast, w√§ren viell im Eingangstext der Ini hilfreich gewesen. Ein Kommentar, der dann viell eher in eine andere Ecke geh√∂rt‚Ķ Extremf√§lle: Kinder, deren Entwicklung negativ durch Zocken beeinflusst wird, sind leider nicht selten, gar nicht. Viell w√ľrde dieses Problem durch die Gr√ľndung von Spielgruppen sogar positiv beeinflusst. Wo klar ist, zum Spielen am PC geh√∂rt eben noch mehr. ‚Ķ Mir ist alles recht, was die Entwicklung von Kindern ganzheitlich f√∂rdert. Nur dann k√∂nnen die Vorteile, die das Spielen bietet, auch wirklich zum Tragen kommen.


#67

Lieber @toobi und alle,

wir haben die Initiative leicht √ľberarbeitet, vor allem unsere Argumente klarer herausgearbeitet und den Aspekt der Kosten mit aufgenommen. Schaut euch die √úberarbeitungen gerne an und kommentiert ggf.
Danke und viele Gr√ľ√üe

David


#70

Wenn große Sportvereine auch E-Sport-Teams unterhalten, dann wohl aus wirtschaftlichem Interesse. Dass solche großen Vereine bei uns immer noch gefördert werden, obwohl sie ein mehrfaches der Förderung an Gewinn (nicht Umsatz) erwirtschaften, dass kapiere und akzeptiere ich nicht.

Off topic: Genausowenig wie die Subventionen an die Firma S√ľdzucker, die pro Jahr 1,82 Mrd ‚ā¨ EU-Subventionen erh√§lt - die sie zum gr√∂√üten Teil an die beliefernden Landwirte weiterleitet (?), siehe https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche - und 426 Mio ‚ā¨ Gewinn macht. Da m√ľsste doch die Subvention um ca. 400 Mio ‚ā¨ gek√ľrzt werden - vor allem: wie sinnvoll ist Subvention f√ľr Zuckerr√ľbenanbau?

Wenn damit in B√§lde viel Umsatz zu machen ist, dann braucht es meiner Meinung nach daf√ľr keine F√∂rderung. Wo ich Computerspiele sinnvoll erachte ist in der Rehabilitation, siehe:

Vor einigen Jahren hatte ich auch davon gelesen, dass in Militärkrankenhäuseren der US-Armee auch mal Game Boy-Teile genutzt wurden, weil sich herausstellte, dass die Soldaten dadurch viel schneller ihre Fingerfertigkeit und Beweglichkeit in den verletzten Händen und Armen wiedererlangten.

Allerdings sollten Spiele, die mit der Zerst√∂rung von Wesen - auch digitalen - zu tun haben auch f√ľr die Reha au√üen vor bleiben. Ich w√ľrde auch den Schie√üsport, au√üer Bogenschie√üen, von einer F√∂rderung streichen.


#71

Ich könnte mir einen Kompromiss vorstellen:

Warum fordern wir nicht die Förderung von kostenlos nutzbaren E-Sport Spielen/Programmen?

Da wäre ich sofort dabei.

Begr√ľndung: Um ein Spiel derart am Markt zu etablieren, da√ü es einen Verbreitungsgrad hat, der f√ľr internationale Tourniere geeignet ist und zum Massensport wird, mu√ü ein Unternehmen schon so dominant sein, da√ü sich der Staat da eher einmischen sollte, um zu √úberpr√ľfen, ob hier kein Monopol vorliegt.

Bei der Förderung von Open-Source Lizenzen, ist dies nicht der Fall und auch keine unmoralische Firmenförderung gegeben.

Die Folge, große Firmen / Anbieter zu zu fördern zieht nämlich auch die Insolvenz kleinerer Entwickler mit sich und das will ich auf keinen Fall.


#72

Verstehe ich nicht. Also wirklich nicht. Erkläre es mir bitte.

Also ‚ÄúWorld of Warcraft‚ÄĚ ist dann kostenlos durch staatliche Subventionierung? Die Monatsgeb√ľhren zahlt der Staat? Was ist mit den Zusatzangeboten und F√§higkeiten oder Waffen, die man bei vielen Games zus√§tzlich kaufen muss, wenn man eine Chance haben will?

Nee, nicht wirklich, oder? Da sind mir die kleinen, s√ľ√üen Programierer egal. Es gibt doch noch andere Berufe als solche, die bei der Masse der Nutzer Herzverfettung und soziale Isolierung f√∂rdern.


#73

Nein, genau WOW w√§re nicht ‚Äúf√∂rderungsf√§hig‚ÄĚ weil da der Konzern Blizzard Entertainment dahintersteckt.

Da Geld rein zu stecken, w√§re Subventionierung, weil der Konzern ja trotzdem sein Geld bekommt, der Gamer zwar erstmal weniger zahlt, aber der Steuerzahler f√ľr den Rest aufkommt.
F√ľr den Konzern hat es sogar noch den Nutzen, attraktiver zu werden, da der einzelne Nutzer weniger zahlt und so Blizzard Entertainment ggen√ľber der Konkurenz z.B. The Elder Scrolle oder Neverwinter im Vorteil w√§re.

Es m√ľ√üte schon vollkommen Kostenlos sein als Basis Vollversion‚Ķ z.B. war Herokon Online von den SilverStyleStudios aus Hamburg so eines.

Das lebte von Spenden und bestimmten Zus√§tzen, der Erworben werden konnten aber nicht f√ľr das erfolgreiche Spielen n√∂tig sind‚Ķ eben wirklich Free to Play und nicht Free to Pay oder wie viele Pay to win

Dazu gehört halt auch der Verzicht auf Abos…


#74

Okay, danke!

Ich denke nur, E-Sports-Spiele in Profi-Ligen werden wohl kommerziell sein, oder? Schließlich wollen die investierten Milliarden in die Ligen und Profivereine ja wieder eingespielt werden (im wahrsten Sinne des Wortes).


#75

Da gehe ich doch sehr von aus.


#76

Das macht ja bisher nur Schalke 04 als einer der wenigen reinen eingetragenen Vereine im Profigesch√§ft (√úber die sicherlich fragw√ľrdigen Konstrukte der ausgelagerten Profimannschaften im Fu√üball k√∂nnte man an anderer Stelle mal reden, das sprengt hier aber den Rahmen und geh√∂rt nicht zum Thema). Ansonsten sind das ja eigene Organisationen, wie z.B. SK Gaming oder Team Roccat, die nat√ľrlich ein wirtschaftliches Interesse haben. Es sind halt Unternehmen, die ihre Spieler bezahlen m√ľssen etc. Machen Fu√üballvereine aber auch. Es muss ja noch nicht mal wirklich finanzielle F√∂rderung sein, aber gerade b√ľrokratische Erleichterungen w√§ren f√ľr die E-Sportler bei Turnieren im Ausland durchaus hilfreich.

Nun, der Marktf√ľhrer im Bereich E-Sport, Riot Games, bietet sein Spiel ja prinzipiell kostenlos an und verdient vorwiegend durch sogenannte Micro-Transactions, also zus√§tzliche Inhalte im Spiel, die man durch Echtgeld erwerben kann. Dabei erwirtschaftet Riot-Games wohl zwischen einer und zwei Millarden Dollar im Jahr (das bedeutet aber nicht zwingend Pay to Win). Dazu kommen Werbeeinnahmen und Ticketverk√§ufe bei gro√üen Turnieren.

Es geht hier ja um die Anerkennnung des E-Sports als Sport. Davon hat Riot Games oder Blizzard nicht unbedingt was, sondern die Teams wie die oben genannten SK Gaming oder Roccat (zumal die Spieleentwickler nicht unbedingt was mit der E-Sport-Szene in ihrem eigenen Spiel zu tun haben, wenn man an Dreamhack oder die ESL One denkt, die √ľbrigens gerade in Hamburg war). Man sollte schon aufpassen hier jetzt nicht alle Diskussionen √ľber Videospiele allgemein miteinander zu vermischen.


#77

Sowas finde ich z.B. dann auch wieder in Ordnung und w√ľrde es gut finden, das in der Initiative auch deutlicher da zu stellen.

Wer in die Spitzenklasse aufsteigt, wird damit rechnen m√ľssen, Zus√§tzliche Inhalte zu brauchen.

Aber beim Tischtennis z.B. gibs und gab es auch ‚ÄúMaterialspieler‚ÄĚ, die sich alle drei Monate neue Bel√§ge leisten, w√§hrend andere mit den alten ewig klar kommen m√ľssen.


#78

Ein aktuelles, satirisches Video, welches auf einige Probleme hinter dem E-Sport hinweist (vor allem die letzten Minuten):


#80

Habe kein Problem mit der Kritik, aber es wäre schön, wenn irgendetwas daran zielgerichtet argumentiert wäre:

  • Ich bin ebenso von F√∂rderung oder Anerkennung von Gemeinn√ľtzigkeit im ‚Äúanalogen‚ÄĚ Profisport (also z.B. auch Finanzierung von Polizeieins√§tzen).
  • Ich habe √ľberhaupt kein Problem, wenn Sie mit Ihrem Enkel spielen; viel Spa√ü!
  • Ich bin der Meinung, dass man Kinder acu noch anders als mit Computerspielen von der Stra√üe bekommen kann.
  • Es spricht nichts dagegen, wenn z.B. auch Computerspiele zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Das kann dann ja, gezielt eingesetzt, hilfreich sein. Die Ma√ünahme oder Einrichtung, die dann so wirkt, kann f√∂rderungsw√ľrdig oder gemeinn√ľtzig sein.
    Ich finde nur, dass eine allgemeine Anerkennung, insbesondere wenn sie professionellen Interessen dient, nicht höheren Zwecken dient.

Es w√§re sch√∂n, wenn hierzu eine sachliche Einlassung ohne Wunsch nach Hirn oder der Absprache von Toleranz kommen w√ľrde. W√§re dies unter Einbringung von Argumenten m√∂glich?


#81

tut mir Leid falls ich eine dumme Frage stelle oder eine, die evtl. schon beantwortet wurde

aber wäre eine Förderung nicht auch möglich ohne dass E-Sports als Sportart anerkannt werden?
denn so sehr dabei auch unter Gamern Geselligkeit und Teamplay gef√∂rdert werden (k√∂nnen), k√∂rperliche Bewegung (die meiner Laienmeinung nach Sport ausmacht bzw. ausmachen sollte) wird dabei nicht ausge√ľbt.


#82

Hallo zusammen,

die E-Sport-Ini befindet sich nun im Plenum zur Abstimmung. Bitte stimmt zahlreich ab!

Explizit zur Abstimmung ermuntern möchte ich auch diejenigen, die die Ini hier auf dem MP und im Plenum durch zahlreiche bedenkenswerte Impulse und Anregungen kritisch-konstruktiv begleitet und dadurch entscheidend zu ihrer Weiterentwicklung und Optimierung beigetragen haben: @M.M.Erpenbach @anon50756271 @toobi @andreas.haselbach @FelixEngel @Dat @megaera @Isa @Franziska @leon @BuergerJochen @Walino @EvaAusKiel @Surfista @Ronja @Renaldo @AlexanderKleilein @Shannon @3relos @OlafWahl @miri

Je mehr Bef√ľrworter wie auch Gegner einer Initiative √ľber diese abstimmen, desto repr√§sentativer wird am Ende das Ergebnis und desto deutlicher zeigt es uns, in welche kulturpolitische Richtung sich DiB bewegt.

Und auch wenn wir alle unterschiedliche Ansichten und Meinungen zu dieser Thematik haben und wir sie zuweilen auch deutlich artikuliert haben, empfand ich die Diskussion auf beiden Plattform doch als sehr fruchtbar, fair und weitgehend von gegenseitiger Wertschätzung geprägt :dib_spirit:

VG David


#83

Die Endfassung ist richtig gut geworden!

Anfangs war ich eher skeptisch bis dagegen, aber ihr habt inhaltlich so gut argumentiert, daß ich jetzt keine Zweifel mehr habe.

Der Teil meiner Ablehnung gegen eine F√∂rderung, der geblieben ist, richtet sich nicht gegen E-Sport speziell, sondern allgemein gegen F√∂rderung von professionellen Bereichen, aus denen auch besser oder Spitzenverdiener hervorgehen‚Ķ das ist aber nicht die ‚ÄúSchuld‚ÄĚ der E-Sportler.

Jugendclubs mit analogen Spielecafes haben ja auch die Möglichkeit sich die Gemeinnutzigkeit anerkennen zu lassen… wie Sportvereine.

F√ľr mich z√§hlt hier vor allem die Gleichbehandlung.

Was man mit den spitzenverdienern macht, ist dann eine andere Frage, die man auch wiederum alle Bereiche betreffend beantworten muß… ein anderes mal. :+1:


#84

Ich finde die Ini sehr gut und auch wenn es wie oft angesprochen viele Probleme, eventuell auch um Begrifflichkeiten gibt, so ist es doch in der Grundsache sehr lobenswert und der Rest ist nicht festgeschrieben und kann jeder Zeit wie in anderen Sportarten auch diskutiert werden.


#85

Hui, ich habe die Initiative gerade auf der Abstimmungsplattform entdeckt und mußte ganz schön schlucken. Haben wir hier bei DiB keine gravierenderen Probleme zu lösen?

Ich ackere mir einen ab, um mehr oder weniger im Alleingang wirklich schwerwiegende Themen wie Versicherungswirtschaft, Gutachterwesen, Recht & Gerechtigkeit, Opferentschädigung, Mobbing, psychische Gewalt etc. auf den Plan zu bringen - und dann wird hier parallel wirklich eine Initiative zur Förderung von E-Sport entwickelt…?

Meine Herzensbitte ist, die entsprechenden Threads wenigstens einmal durchzulesen, um zu erkennen, wo wirklich, wirklich, wirklich F√∂rderungs- und Unterst√ľtzungsma√ünahmen notwendig w√§ren‚Ķ

Ich weiß, ich mache mich mit dem Kommentar hier sicherlich nicht beliebt. Aber sorry, das mußte ich mal aus allerallertiefstem Herzen loswerden… :luv:


#86

@barnie

Bleib ganz locker.

Unsere Themenvielfalt hier auf dem Marktplatz ist doch ein gutes Zeichen, was Leuten wirklich wichtig ist: der Eine will die Welt retten, der Zweite sich, der Dritte ist Schulmediziner, der Vierte Ganzheitsbewusster, der F√ľnfte ‚ÄúEsoteriker‚ÄĚ, der Sechste Europ√§er, der Siebte Weltb√ľrger usw. ‚Ķ

Ich kann da im Großen und Ganzen recht locker bleiben, auch wenn ich die eine und die andere Haltung von Bewegern bedaure. Auch hier gibt es Licht und Schatten.


#87

Das ist schade, dass du das so siehst. Denn nur weil diese Initiative am laufen ist, hei√üt das nicht, dass ich mich nicht auch um andere Dinge k√ľmmern kann. Die Einbringung dieser Initiative ist keine 24/7 Aufgabe. :wink: