Agorá! Warum ein neues Beteiligungsformat?

#1

Motivation für die Einführung eines reinen Argumentationsbereichs für strategische Fragen bei DiB

In unserem Beitrag zur BuVo-Klausur und zur Planung für die verbleibenden Monate unserer Amtszeit bis September haben wir einen Beteiligungsprozess zur konzeptionellen Weiterentwicklung von DiB angekündigt.

Dieser Prozess startet jetzt. Lasst uns die kommenden Wochen dazu nutzen, unsere bisherigen Erfahrungen aus zwei Jahren DiB auszuwerten, das bisher Gelernte auszutauschen und das bisher Aufgebaute zu hinterfragen!

Das Ziel: eine Weiterentwicklung von DiB, eine neue und verbesserte Version –

DiB 2.0.

Um diesen Prozess zu koordinieren haben wir einige Aktive um Unterstützung gebeten; ein Transparenz-Thread zur Arbeit des Teams (“Team Phoenix”) geht in Kürze online :wink:

Am (vor)vergangenen Wochenende hat sich ein Teil dieses Teams in Berlin getroffen, um den Prozess genauer zu planen und Grundlagen zu schaffen. Jetzt schalten wir im Plenum einen neuen Bereich frei, in dem ihr euch am Prozess beteiligen könnt: die Agorá.

Hier findet ihr die Motivation für dieses Vorgehen im Detail:

Motivation

Ein Glaubenssatz aus DiB-Anfangstagen war: Wir wollen mit unseren Ansätzen mitten ins aktuelle politische System vordringen, um Veränderung von innen anzustoßen. Wir müssen uns aber heute selbstkritisch eingestehen, dass wir an vielen Stellen eben doch „eine typische Partei“ geworden sind. Einige hehre Absichten sind bis heute eher Lippenbekenntnis als gelebte Praxis. Und uns ist an manchen Stellen die Beweglichkeit und Schnelligkeit abhandengekommen.

In unserer Analyse bei der BuVo-Klausur im Januar haben wir insbesondere drei Punkte/Probleme benannt, an denen wir ansetzen wollen:

FEHLENDER FOKUS:
Viele Menschen sagen uns: Wir wissen nicht, wofür ihr steht! Wir wollen alles lösen, aber zu mannigfaltig sind die Probleme unserer Zeit, zu umfassend die Themen, die jede*n einzelnen von uns interessieren. Es werden zu viele Partikularinteressen und Projekte verfolgt. Kämpfen wir nun gegen den Lobbyismus? Machen wir Identitätspolitik? Geht es um eine entschlossene Klimapolitik? Alles ist natürlich wichtig, um die Welt zu retten. Diese Vielfalt der Themen und Interessen lässt sich auch nicht künstlich begrenzen. Sie ist für eine politische Partei, die gewählt werden will, auch wichtig und richtig.

Aber: Wir sind noch nicht ausgestattet und in der Lage, um alle Themen gleichermaßen anzugehen. An vielen Stellen fehlen uns die Köpfe, fehlt uns Expertise. Und vor allem: Wir schwächen mit diesem Verzetteln unsere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Um als neue/junge politische Gruppe und Marke bekannt und relevant zu werden, brauchen wir ein glasklares Profil und eine Bündelung unserer Energie auf einen inhaltlichen Schwerpunkt.

FEHLENDE ZIELE:
Wir sind eine Partei. Wir wollen in die Parlamente. So weit, so klar . . . könnte man meinen. Und doch haben wir es nach der Bundestagswahl nicht geschafft, uns strategisch gemeinsam auszurichten. Sicher hat einiges mit dem schwierigen Verlauf unserer Kooperationsbemühungen zur Europawahl zu tun. Andererseits laufen auch lokale und regionale Bemühungen bisher sehr schleppend bzw. nur sehr vereinzelt an.

Die Baden-Württemberger*innen und der Landesverband NRW sind dabei eine inspirierende Ausnahme. Um unsere Energie zu bündeln und Menschen für DiB zu begeistern, brauchen wir klare strategische Ziele und Meilensteine, auf die wir uns als Gruppe einigen – und die wir dann alle gemeinsam angehen.

FEHLENDE RESSOURCEN

Uns fehlen Menschen mit einem hohen Zeitbudget, die Fähigkeiten in professioneller Organisationsentwicklung, Kommunikation, IT, Campaigning etc. haben. Uns fehlen Menschen mit Zeit in fast allen Serviceteams von DiB, die kontinuierlich und verlässlich mehr als 5-10 Stunden/Woche zur Verfügung stellen und dafür sorgen können, dass alle Fäden zusammenlaufen.

Uns fehlt Geld, um uns z.B. mehr Zeit zu erkaufen, bspw. indem wir Menschen ermöglichen, die Arbeit für DiB hauptamtlich und somit mit einem größeren Zeitbudget zu verfolgen. Auch fehlt uns Geld, um die Menschen in Konferenzen und Tagungen regelmäßig im echten Leben zusammenzuholen oder ins Marketing zu investieren.

Um eine neue Dynamik bei DiB zu entfachen, müssen wir mehr Menschen mit den notwendigen Fähigkeiten für unser Projekt begeistern und brauchen eine neue Fundraising-Strategie, um die nötige Finanzierung zu gewährleisten.

Bei der BuVo-Klausur herrschte Einigkeit, dass wir beim Anpacken dieser Probleme auch kritisch über unsere Organisation und ihre Strukturen nachdenken und sprechen müssen. Wir wollen alles noch mal in Frage stellen und alternative Ansätze durchspielen. Können wir doch mit DiB Partei strukturell neu erfinden? Gibt es Wege, uns von dem starren bürokratischen Modell zu lösen? Wie können wir die Anbindung an neue demokratische Bewegungen besser gestalten? Usw.

All diese Fragen wollen wir in den kommenden Wochen mit allen Interessierten diskutieren und neue Lösungen für die Zukunft von DiB entwickeln.

Und wie geht es weiter, wenn wir lauter neue Impulse, Ideen und Meinungen gesammelt haben?

Das wissen wir jetzt noch nicht genau. Bewusst halten wir uns das genaue Vorgehen offen und stellen keinen Plan auf. Stattdessen warten wir die ersten Testläufe auf der Agorá ab und verschaffen uns einen Überblick über die aktuellen Perspektiven in der Gruppe.

In ein paar Wochen können wir dann einen genaueren Fahrplan entwickeln. Ein mögliches Ziel: Auf dem Parteitag im September konkrete Beschlussvorlagen über das weitere Vorgehen in Sachen Organisationsstruktur, Themenfokus etc. bei DiB abstimmen.

Wir hoffen, viele von euch bringen sich in diesem Entwicklungsprozess mit Ideen und Argumenten ein. Und wir freuen uns auf eine rege, zukunftsorientierte Diskussion. An der Mission hinter DiB hat sich nichts geändert – lasst sie uns schärfen und lasst uns neue Wege finden, sie mit Leben zu füllen!

Für den BuVo und das Team Phoenix

Eure Franka :dib_spirit:

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Agorá! - Wie funktioniert das?
#2

Vielen Dank! Sieht großartig aus und wesentlich übersichtlicher und komfortabler als der Marktplatz :heart: Love it! Danke auch an die fleißigen Programmierer :plus_dib:

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#3

Warum fährt der Vorstand neue Formate bevor alte Formate allgemein bewertet wurden?

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#4

Doch noch eine Nachfrage @franka.kretschmer: Wird es hier im Nachzug Satzungs- oder Abstimmungsordnungänderungen bzw. anpassungen geben? Sonst hat alles am Ende nur fakultativen Charakter. Das wäre schade. Danke.

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#5

Bin zwar nicht Franka, aber: das steht noch nicht fest. erstmal schauen wie die erste Runde jetzt läuft, ob’s funktioniert usw. dann weiterschauen :slight_smile:

siehe auch:

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#6

ist das ein “plenum” für strategische fragen? wow! also eine art meta-talk? :smile: es entstehen initiativen, die beim bpt abgestimmt werden? also zum beispiel “dib geht nur noch gleichberechtigte kooperationen ein” :wink: toll! ab wann geht das in serie? :smiley:
wenn da aber nur inis der form “ich will, dass der vorstand … für uns macht” herauskommen verfehlt die agorá glaub ich aber vollkommen eure motivation.
kann nur das fragen-team (phoenix und derzeitiger buvo nehme ich an) fragen stellen? können fragen auch nicht aus vorherigen fragen entstehen? können strategie-entscheidungen auch paralell im plenum laufen? und wenn nein, wie lange noch?
also wenn ich jetzt einen konkreten vorschlag habe, dann lieber aufs plenum oder?

danke für die vielen guten gedanken, den willen, etwas kompetenz abzugeben und natürlich für die saubere programmiererei! respekt! schon die geste, dass ihr in dieser spannenden wahlkampf-zeit einige energien für die beteiligung von bewegis genutzt habt, ist sehr vertrauensbildend! :luv::dib_spirit::transparenz:

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#7

Danke @beni für deinen :dib_spirit:-post

Fürs erst ja. Das verfahren können wir aber gemeinsam weiterentwickeln.
Außerdem kann ja jede*r in der Kategorie “dies und das” selbst Fragestellungen vorschlagen, welche dann in einer der nächsten Runde aufgegriffen werden können.

genau. Idealerweise erstmal nur die Vorschläge die zu den Fragen passen. oder alternativ eine Frage “dies und das für jede*n was” vorschlagen, welche du dann beantwortetn möchtest, sobald diese in als Frage kommt.

hier findet ihr auch nochmal eine detailierte Beschreibung des Agoá prozesses. Wäre schön, wenn ihr dort in Zukunft die Verständnisfragen für den Prozess stellt, damit diese alle an einem Ort sind.
@franka.kretschmer kannst du diesen Hinweiß noch prominent oben in den Hauptpost einfügen?

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#8

Meinst du mit “alten Formaten” den Marktplatz?
Hättest du Lust eine umfassende Evaluation des Marktplatzes zu organisieren?
Die Rückläufigen Zahlen der aktiven Nutzer im Marktplatz geben - denke ich - einen Hinweis darauf dass der MP nicht der Weisheit letzte Schluss ist :wink:

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#9

Abstimmungsplattform für Beweger*innen? Und was ist mit Mitgliedern?

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#10

Alle Mitglieder sind Beweger*innen aber nicht alle Beweger*innen sind Mitglieder :wink:

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#11

Hat das Feedbackteam bereits in der Schublade. Wir warten nur, dass der Newsletter wieder geht.

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#12

Vielen Dank für die tolle Arbeit. Am Umfang kann mensch auch erkennen, warum dies wohl etwas Zeit gekostet hat.
Ich sag doch, etwas mehr Vertrauen zahlt sich aus. :dib_spirit: :dib_spirit: :cookie:
++nicht als Moderatorin++

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#13

BTW: Ist absehbar, wann der Versand wieder möglich ist? Dankeee.

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#14

Also auf den ersten Blick finde ich das Ding super. Ich nutze es auch schon fleißig und bin voller Elan.

Aber was mir ein bisschen Sorgen bereitet ist die Frage, was mit dem MP dann passiert. Wenn ich die Agora richtig verstehe, kann und soll dort sozusagen strukturierter diskutiert werden. Teams und TKs und Task Forces können Fragen entwickeln und diese diskutieren lassen und das Ergebnis wird an die zuständigen Teams oder Vorstände weitergeleitet. Finde ich gut. Der Wunsch nach strukturierteren Diskussionen ist ja vielfach bereits formuliert worden.

Ich glaube, das kann einige/viele Menschen besänftigen und hoffentlich neue Leute anlocken. Und ich hoffe, dass das Plenum auch was die Initiativen angeht, wieder mehr belebt wird, so dass die abgestimmten Inis ein bisschen mehr Legitimation erfahren.

Und der MP? Bleibt dann hier nur noch die Teeküche übrig? Und wie ist das alltagsorganisatorisch/ alltagspraktisch? Man muss dann noch mehr zwischen den Plattformen hin- und herspringen. Diskutieren auf der einen Plattform dann die, die mehr Zeichen verwenden möchten und auf der anderen die, die sozusagen strukturierter diskutieren wollen? Und am Ende finden diese zwei Arten von Nutzer*innen nicht mehr zueinander?

Agora ist ja griechisch und heißt wohl sowas wie “Marktplatz”. Soll der MP, auf dem wir uns gerade befinden, dann geschlossen werden? Oder haben wir dann zwei Marktplätze, einen “deutschen” und einen “griechischen”?

Ihr habt euch darüber bestimmt Gedanken gemacht. Erzählt doch mal :slight_smile: Oder ist die Frage zu früh gestellt?

Oh, noch eine technische Frage: Hier kriegt man über die Kuller rechts oben ja immer ne Meldung, wenn man eine Antwort hat oder so. Ließe sich das dort auch einrichten?

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#15

Die Spreu wird vom Weizen getrennt - auf der Agora kann man sich nur noch als Registrierter einloggen (wenn ich das richtig sehe).

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#16

Die Strukturierung der Meinungsbildung ist sicherlich ein großer Schritt nach vorne. Nur ist die Einstiegshürde für neue Menschen bei DiB höher. Den Marktplatz und das Plenum kann man ja lesend kennen lernen, Agorá (bisher) nicht, oder?

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#17

grob für @llkruegro :stuck_out_tongue_winking_eye: : plenum ist fürs programmatische, also “was machen wir, wenn wir an der macht sind” und agorá ist für fragen “was machen wir in der zwischenzeit” :smiley:
ich sehe jetzt garnicht, warum das dem mp etwas wegnimmt. hier wird zwar auch strategisches diskuttiert, aber nicht abgestimmt. wo der qualitative unterschied liegt muss ich selbst erst rausfinden. die fragen sollen irgendwie aufeinander aufbauen.

ein abstimmungs-tool im mp hätte es vllt auch getan. ich weiß nicht, ob dib 2.0 mehr leute, energie und geld in die bewegung bringt.

was mich bei der vorbereitung der eu-wahl so sehr gempört hat war, dass man nur “ja/nein/vielleicht” abstimmen konnte und keinen einfluss auf die wahlmöglichkeiten hatte.
das stört mich auch etwas an agorá; dass man keine abstimmungen initieren kann, wie im plenum. denn “wer fragt, der/die führt”.

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#18

Dieses Konzept ist auf jeden Fall einen Versuch wert. :transparenz::vielfalt::dib_spirit:

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#19

Wir brauchen keine neuen Beteiligungsformate wir brauchen Beteiligungen je mehr Format da sind desto mehr wird die Beteiligung innerhalb der Partei gesplittet, aufgeteilt und bewirkt genau das Gegenteil von dem was man erreichen will.

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#20

Vielleicht kann die Agora den Marktplatz ersetzen, vielleicht auch nicht, wenn wir es nicht ausprobieren, werden wir es nie erfahren.

Es steckt auf jeden Fall eine Menge Arbeit darin, wir sollten es auf jeden Fall testen.

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