AGORA Energiewende - Es gibt neue, kostenlose, digitale Diskussionen

Die AGORA - Energiewende bringt in Kürze einige Interessante Digitale Diskussionen. Sie sind leider alle in englisher Sprache, also (noch) nichts für mich. (Ich lerne gerade Englisch nach.)
Am.

Die Teilname an allen drei Diskussionen ist Kostenlos.

Übrigens, die Tonne CO2 liegt aktuell bei 50€ (Nach Angaben der AGORA Energiewende). Damit ist die aktuelle Angabe der GRÜNEN und der CDU überschritten.

Und das heißt, dass ein sparsamer Energieverbraucher einen Käufer für sein überschüssiges Kontingent gefunden hat, der es nun emittieren wird. Das bringt für’s Klima erstmal nicht sooo viel. Das Instrument der CO2-Bepreisung wirkt doch nur sehr begrenzt und setzt Konkurrenz voraus, die auf dem Energiemarkt doch recht eingeschränkt ist.

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Äh, ich glaube, ich meinte etwas ganz anderes.
In einer Diskussion bei Mabritt Illner im ZDF am letzten Donnerstag, wird über die Bepreisung der Tonne CO2 gesprochen.
Die CDU, Sprecher Peter Altmaier, geht von einem Preisanstieg pro Tonne CO2 von 30€ - 55€ in den nächsten 3 Jahren aus.
Die Grünen, Sprecher Robert Habek, sagen das der heutige Preis pro Tonne CO2 schon bei 40€ liegt.
Wenn alles über diesen Preis geregelt werden solle, müsse die Tonne CO2 mit 196€ berechnet werden. Robert Habek führt an, das das aber nicht Sozialverträglich wäre und deshalb Energiekostem nur mit einer Revolution im Sozialbereich einhergehen sollte.

(Das wäre auch ein Weg für unser BGE, siehe aktuelle Diskussion mit @Thomas, @Sofian) verbindung zur Diskussion Wahlwerbung Twitter, Link:
https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/wahlwerbung-twitter/38178/25

Ich weis leider nicht mehr genau, wo Robert Habek das sagt, aber ich versuche den Bereich, im Link, einzugrenzen: Der Entscheidende Satz beginnt in Minute 5, Sekunde 30 und im weiter folgenden.
Link zu Maybritt Illner vom 20.05.2021, ZDF:

Die CO2-Bepreisund ist halt eine typisch neoliberale Lösung. Es wird ein Markt geschaffen. Würde auch nur funktionieren, wenn man die Zahl der Zertifikate ständig drastisch herunterschraubt, also große Mengen aus dem Verkehr zieht.

Da ich nicht an eine marktkonfome Lösung der Umweltproblematik glaube, das ganze ist viel zu komplex dazu, kann das eh nur ein Zwischenschritt sein. Mit dieser Lösung wäre es problemlos möglich, CO2 mit Techniken einzusparen, die weit mehr Zerstörung anrichten als das eingesparte CO2. Und es lässt sich auch nur das bepreisen, was sich berechnen und einem konkreten Verursacher zuordnen lässt.

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Und das ist schon eine ganze Menge.
So weit ich weiß, unterliegen die Industrieformen einem Emmissionsschutzgesetz. Die dürfen nur den Qualm rauslassen, der ihnen auch erlaubt ist. Dazu gibt es, wie bei den privaten Heizungen, Abgastester.
Jede Anlage muss mindestens einmal jährlich gewartet und zusätzlich von einem staatlich bestimmten Tester gemessen werden, sonst verliert das Unternehmen die staatliche Zulassung, Abgase raus zu lassen.

Aber letztendlich führt das System der CO2- Bepreisung nur dazu, das der Staat mehr Geld einnimmt.
Aus meiner Praxis habe ich die Erfahrung, das CO2 nur dann wirksam eingespart wird, wenn der Staat Steuererleichterung im großen Umfang oder nicht-zurückzahlbare-Zuschüsse gewährt.Bisher gab es da ein tolles System über die BaFa. In den letzten Jahren hat sich das System aber, durch unnötige Bürokratie, selbst blockiert. Jetzt hat es offensichtlich keine Lenkungswirkung mehr.

11,9% CO2 Emissionen erzeugt der Verkehr und 88,2% CO2 Emissionen erzeugen die Privaten Heizungen und die Industrie. (Alle Zahlen aus 2019, Statistika). Um eine wirkliche Lenkungswirkung zu erzeugen, müsste Mann herausfinden:
(A) Wer erzeugt das meiste CO2?
(B) Dem Erzeuger nicht-rückzalbare-Zuschüsse versprechen, wenn er die CO2 Emissionen/ Jahr um mindestens 25% einsparen.
Nach 4 Jahren produziert er dann Emissionsfrei, wenn er einen zusätzlichen Bonus haben will.
Das könnte funktionieren.

Das System ist sehr komplex und CO2 ist nur ein Teil des ganzen (und in meinen Augen nicht der wichtigste). Wenn man sich so auf das CO2 versteift läuft man Gefahr, alles andere zu ignorieren. CO2 wird z.B. auch zu 7,5 % aus der Landwirtschaft freigesetzt (Beitrag der Landwirtschaft zu den Treibhausgas-Emissionen | Umweltbundesamt)

Aber auch das ist nicht alles. Die Speicherfähigkeit der Böden geht bei schlechter Nutzung dauerhaft verloren, das senkt auch den Ertrag und so weiter und so fort.

Das ganze Gerechne mit CO2 stört mich deshalb, weil es geeignet ist den Blick abzulenken von der Tatsache, dass wir unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft umstellen müssen, wenn wir noch ein paar Generationen auf diesem Planeten verbringen wollen.

CO2-Einsparung heißt für mich schlicht an erster Stelle: Viel viel weniger produzieren. Viel viel weniger transportieren. Viel weniger konsumieren, aber eben auch viel weniger arbeiten. Es ist eine Illusion zu glauben, wir könnten einen ständig steigenden Energiebedarf, der unausweichlich ist wenn die Wirtschaft wächst, einfach mit erneuerbaren Energien decken und gut ist. Auch erneuerbare Energien haben Nebenwirkungen, greifen in die Umwelt ein.

Wir leben in einem Modus, der versucht die Welt zu beherrschen. Läuft etwas schief, versuchen wir noch ausgeklügelter zu herrschen. Was, wenn diese Herrschaft Teil des Problems statt Teil der Lösung ist? Nur aus solch einem Verständnis der Welt kann man auf die Idee kommen, dass es gut sein könnte, Palmöl als erneuerbare Energie zu nutzen. Eine Palmölplantage kann nur einen Bruchteil des CO2 speichern, die ein intakter Wald speichern kann. Aber der Wald ist außerdem Lebensraum, Wasserspeicher, Bodenschutz. Und das ist nur ein Beispiel! Mit aller Wissenschaft verstehen wir doch nur die Oberfläche. Trotz allem was wir wissen bleibt es riskant in ein komplexes System wie die Erde einzugreifen. Es wäre sehr wichtig, das zu begreifen und sich nicht von CO2-Kontingenten ablenken zu lassen.

Klar, CO2-Bepreisung ist besser als gar nichts, aber noch lange nicht gut.

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Und eine Tatsache wird komplet unterschlagen:
Kämme der Kolaps, hat die nachfolgende ‚Zivilisation‘ keine Resoucen, um mit ’ robuster’ Technik neu durchzustarten.
Aber…
Nach uns die Sintflut.

OK. Wir haben Karlsruhe.
Wir haben funktionierende Justiz.
Wird schon.

Hoffe ich.

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Sorry Thomas - das ist falsch .
100% im Jahr 1 weniger 25% ist 75%
75% im Jahr 2 weniger 25% ist 56,25% bezogen auf Ausgangswert
56,25% im Jahr 3 weniger 25% ist 42,18% bezogen auf Ausgangswert
42,18 im Jahr 4 weniger 25% ist 31,6% bezogen auf Ausgangswert.
Also produziert er nach 4 Jahren noch ein drittel - nicht 0 .

Das sehe ich anders.
100% bezogen auf 2021

  • 25% in 2021 ergibt am Ende von 2021 = 75%
    75% von Anfang 2022, bezogen auf 2021 ergibt am Ende von 2022 = 50%
    50% von Anfang 2023, bezogen auf 2021, ergibt am Ende von 2023 = 25%
    25% von Anfang 2024, bezogen auf 2021 ergibt am Ende von 2024 = 0%

Also 100% CO2 Emissionen mit einer dauerhaften Förderung über 4 Jahre ergibt, bezogen auf die 100% in 2021, 0% CO2 Emissionen Ende 2024.

Deine % tuale Aufschlüsselung entsteht nur dann, wenn man jedes Jahr, die Bezuschussung NEU startet und die jeweilig erreichte Zielzahl/ Jahr, NEU zugrunde legt.