Änderung der Ini "Verbot des Einsatzes von Glyphosat"

initiative-in-arbeit
#1

Aufruf: Ich suche Expert*innen und Prüfer*innen.
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Ursprungs-Initiative von: @Joern @christoph.ruecker, Danika Vöneky
Bearbeitungsstatus: Fast Fertig
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Die Programm-Initiative “Verbot des Einsatzes von Glyphosat” stellt einen fragwürdigen und nicht belegten Zusammenhang zu Autismus dar.

Problembeschreibung:
Wir sind schon mehrfach dafür öffentlich kritisiert worden. Es fehlen Quellen in der Initiative.

Forderungen
Wer kennt sich aus und überarbeitet den Text? @BuergerJochen @RegineDeutsch @Ulrik

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#2

Ich habe jetzt den ganzen Abend recherchiert und mit mir bekannten Fachleuten telefoniert .
Glyphosat ist sehr umstritten, sogar “unabhängige” Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Bewertungen.
Zum Thema "krebserregend " und "Insekten " gibt es immerhin mannigfach Studien. Aber selbst renommierte Wissenschaftler halten sich da zurück, Stellung zu beziehen und sich festzulegen.
Ein Beispiel: Einerseits die Entscheidung der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC, die Substanz als “wahrscheinlich krebserregend” einzustufen, andererseits die Einschätzung der europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die zum gegenteiligen Ergebnis kam und Glyphosat für ungefährlich hält.
Das sind renommierte Institutionen, die zu unterschiedlichen Folgerungen kommen.
Problem ist auch, dass die Ausgangsfragen der Studien nie gleich sind.
Das sind nur die Themen, die kontrovers diskutiert werden.
Über Autismus findet man am ehesten Einschätzungen zur Wechselwirkung, bzw als Auslöser für Autismus aus dem Bereich Heilpraktik und auch Impfgegner.
Es gibt überhaupt nur ganz wenige Beiträge, die hier überhaupt einen Zusammenhang erstellen.
Studien, die belastbar wären und diesen Zusammenhang herstellen sind an einem Abend nicht zu finden.
Die Initiative zitiert NICHTS , als Quellen werden die Medien genannt aus denen wohl Informationen stammen, aber noch nicht mal die Artikel, die benutzt wurden, werden verlinkt, so dass man dort die Quellen einsehen könnte
Die Ini ist mE unbrauchbar, da ich nicht argumentativ aus der Ini heraus belegen kann, warum wir “dagegen” sind.
Im Endeffekt geht es hier um “Bauchgefühl”, auch andere “Wirkungen” von Glyphosat, zu denen es mehr Material gibt werden nicht belegt.
Ich würde die Autoren bitten dringend belastbare Quellen anzufügen, ansonsten machen wir uns lächerlich und zu Recht angreifbar. Kann das Prüfteam auch im Nachhinein tätig werden?
Die Autoren, die hier am MP angemeldet waren, waren dieses Jahr noch nicht aktiv am MP einer Dezember 18 und einer glaube ich Mai 18. Ob die 3 Initiatoren offline aktiv sind bei DiB weiss ich nicht.
Sie müssen dringend hier nachbessern.
Ich schäme mich über mich selbst, dass ich bei der spärlichen Datenlage noch nie auf diese Ini aufmerksam wurde.

Fazit: Dringender Handlungsbedarf, wenn man den Text ändert, dass er “unangreifbar” wird kommt eine andere Ini heraus, die neu abgestimmt werden müsste. Ist fast so wie beim "Brexit " :wink:

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#3

https://althealthworks.com/2494/mit-researchers-new-warning-at-todays-rate-1-in-2-children-will-be-autistic-by-2025/

Konnte ich jetzt erst mal finden, zu der in der Ini erwähnten Forscherin.

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#4

Also, wenn man so nachrecherchieren muss bei einer Ini ist da was verkehrt gelaufen.
Im Text steht genau, was es ist. Sie “vermutet” einen Zusammenhang und die “one of two” Rate bei Kindern.
Aus dem Text erschließt sich nicht, worauf genau sie sich wirklich stützt, ausser, dass sie die Grafik der Zunahme weiterdenkt und annimmt, dass es sich so weiterentwickelt.
Ähnlich wie damals beim Waldsterben, wo angenommen wurde, dass es heute keine Bäume mehr geben kann.
Es wurde aber nicht ganz so krass, weil versucht wurde sich zu ändern und gesetzlich einzugreifen.
Ich bin kein Glyphosat Befürworter.
Aber die absolute Aussage, die besagt Glyphosat löse Autismus aus stützt sich auf eine Frau, die im Text den Regine gepostet hat sagt:

I’ve identified three or four different toxic chemicals that I think are crucial to the autism epidemic

Hervorhebungen von mir.

Hier noch einmal der ganze Absatz, der mE entscheident ist:
I’ve identified three or four different toxic chemicals that I think are crucial to the autism epidemic, and these are specifically the aluminum and mercury in the vaccines, but also glutamate in the vaccines, which people don’t realize. And in conjunction with glyphosate, which is the active ingredient in Roundup, the pervasive herbicide that is being used in huge amounts on the GMO Roundup Ready crops today. This has been a continually escalating usage of this chemical on the food crops–the core crops of the processed food industry, with almost zero regulation on how much residue is allowed. There’s regulation, but it’s hardly ever tested as far as how much is in the food. And so we don’t know how much we’re getting exposed to, but we can be sure we’re getting exposed to more today than we were previously because of the usage of Roundup on Roundup Ready crops has gone up exactly in step with the increase in autism It’s a prefect match.

Sie kann es vermuten und Parallelen ziehen.
Man könnte aber auch ich sag mal was extrem absurdes, die permanent steigende Nutzung des Internets in Korrelation setzen.
Es gibt halt auch viele Wissenschaftler, die das bestreiten. Über Krebs, Insektensterben etc gibt es einen größeren "Konsens"als Folgen von Glyphosat.

Wenn man Glyphosat und Autismus in die Suchmaschine eingibt, sind es zu 90%Treffer, die sich mit Krebs etc beschäftigen. Die genannte Professorin findet man nicht so schnell
Dass man erst recherchieren muss, um einen mE vagen Beleg zu finden, dass die absolute Behauptung in der Ini stimmen könnte eventuell, ist für mich nicht haltbar.
Auch, dass brisante Aussagen nicht mit Zitaten und Quellen belegt werden und nur allgemein auf bestimmte Medien verwiesen wird ist mE nicht das Niveau mit dem man politische Forderungen stellen sollte.
Ich glaube ich war damals erst 2 Wochen bei DiB als es um die Ini ging und glaube fast ich habe damals noch nicht so schnell das Plenum genutzt.
Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern der Ini zugestimmt zu haben.
Würde ich heute auch nicht, musste aber jetzt schon 3x aushalten, dass Bekannte mir selbige unter die Nase reiben.

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#5

Danke Ulrike für die umfassende Information. Aus dem zusammengetragenen Material lässt sich also weder eine Unbedenklichkeit noch eine klare Gefährdung ableiten.

In EU ist es eigentlich üblich bei Zweifel an der Unbedenklichkeit von einer Gefahr auszugehen. In Amerika geht man im Zweifel von der Unbedenklichkeit aus.

Ich tendiere in dem Zusammenhang zur Haltung der EU. Unabhängig davon ist es von DiB ja ein Anliegen Bio-Anbau zu fördern (korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege). Weiterhin ist allg. bekannt, dass unnatürliche Pestizide ein Gefahrenstoff mit besonderen Anwendungsanweisungen sind.Zusätzlich kann man berücksichtigen, dass aus dem Haus Monsanto eher Umwelt gefährdende Stoffe kommerziell verkauft werden und das Unternehmen schon eine recht fragwürdige Geschichte hat.
Ich möchte Anmerken, dass erst kürzlich die Tochter Monsanto von dem Mutterkonzern Bayer wegen köperliche Schäden durch die Benutzung von “Round up” einen Prozess verloren hat.

Insofern schlage ich vor, als Primärgrund den Bio-Anbau an zuführen und sekundär Gefahren. Ein tertiäre Grund kann die Beeinflussung der Feldflora sein, weil ja nur Pflanzen überleben, die entsprechend immun gegen Gylpohsat gemacht worden sind. Das wiederum verwandelt Felder nach der Blüte in Wüsten für Insekten.

Gegenbeispiele:
Insektenfreundliche Landwirtschaft
Wildbienen-Paradies
(Gesamte Quarks & Co Sendung)

Weitere Quarks & Co Infos
Wie gefährlich ist Glyphosat
gesammelte Werke zum Thema Landwirtschaft

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#6

Es geht mir primär nicht um Monsanto oder Glyphosat sondern um die Tatsache, dass mE irgendwie populistisch einzuordnende Punkte als “Fakten” in der Ini aufgeführt sind.
Wir können ja gerne belegbare Aussagen zu Glyphosat treffen und aus den von @Uwe aufgeführten Gründen “dagegen” sein.
Aber,
dann muss mit Zitaten und Quellenangaben (konkreten) gearbeitet werden und mE der Teil "verursacht Autismus " rausgenommen werden.
Dass eine Dame (die übrigens keine Medizinerin ist) denkt es könne einen Zusammenhang geben kann man erwähnen, ich würde es weglassen.
Eigentlich müsste eine komplett neue Ini aufgesetzt werden, da diese nicht geringsten wissenschaftlichen und allgemeinbildenden Ansprüchen genügt.
Wie kann man da jetzt weiter verfahren?
Möchte jemand komplett da dran?
Ich möchte ungern federführend sein, bei einer solchen Änderungsinitiative.
Was ist mit den Autoren?
Ist überhaupt eine/r* der drei noch aktiv bei DiB dabei?
Wir könnten uns aber auch einer Einschätzung anschließen, zB dem BUND
der sehr ausführlich über Glyphosat und die Gründe gegen dieses Gift informiert.
Am Ende wird eine Zusammenfassug diverser wissenschaftlicher Studien verlinkt
Ich konnte beim Querlesen nichts über Autismus lesen.
Hier das Thema vom BUND

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#7

Ganz meine Meinung , Glyphosat ist Tagespolitik und gehört eigentlich nicht in ein Parteiprogramm . Das heißt nicht , dass es nicht als besonders schlimmes Beispiel in einer INI zu oekologischer und nachhaltiger Landwirtschaft Erwähnung finden kann .

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#8

@raba, wir haben bereits viele Initiativen, die nur Einzelprobleme betreffen. Das Verbot von Glyphosat gehört zur Umweltpolitik.
Weiter empfehle ich https://fragdenstaat.de/anfrage/stellungnahme-des-bfr-zur-iarc-monographie-uber-glyphosat-33838/#nachricht-256187.
Hier könnt Ihr die Stellungnahme des Bundesamtes für Risikobewertung anfordern. Der Plattform fragdenstaat wurde untersagt die Stellungnahme des BfR alllgemein zugänglich zu stellen.
Deshalb sollte jeder Bürger die Stellungnahme des BfR direkt dort anfordern.

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#9

Das stimmt und für die Kürze der Zeit , in der sie von so wenigen Aktiver erarbeitet wurden , war das auch eine Riesen-Leistung , die ich nicht hoch genug loben kann . Aber jetzt nach fast 2 Jahren könnten wir da schon ein bisschen mehr System reinbringen und überholte oder schwache Ini´s rausnehmen oder überarbeiten . Einen prima Anfang habt Ihr vom TK_BGE ja schon gemacht . Was der TK_soziale Demokratie macht , ist ja noch nicht so bekannt , aber da werdet Ihr sicher auch die eine oder andere Ini überarbeiten/konkretisieren , könnte ich mir denken - auch eine Riesen-Aufgabe , bei der mir schon vom Denken schwindelig wird .

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#10

Die Studie hatte ich natürlich auch sofort ergoogelt, als ich anfing mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Aber ich hatte sie bewusst weggelassen.
Sie stand in dem heißen Kampf um Glyphosat nämlich auch mega in der Kritik wegen der angeblichen Übernahme von Werten und Ergebnissen aus Studien, die die Wirtschaft beauftragt hatte.
Das wäre dann gleich der nächste Angriffspunkt.
Über den hier kritisierten Zusammenhang mit Autismus sagt sie übrigens auch nichts aus. Ich finde immer noch, der muss raus. Oder ein guter Beleg rein.

Für mich wäre die dringende Frage, wer da jetzt konkret weiterarbeitet und die Ini weg von der extremen Angreifbarkeit bringt.
Ich fühle mich außerstande, ausser, dass ich Glyphosat nirgendwo haben will, weder im Urin, noch in den Insekten noch als Auslöser von irgendwas, eine stichhaltige Aussage zutreffen. Oder, man muss weniger reisserisch schreiben , deshalb gefällt mir das wie der BUND das Thema aufgreift sehr gut.
Rabas Idee finde ich auch gut, es als Teil einer großen Ini zu nehmen.

Edit und Exkurs : @Uwe mach mal das “e” in meinem Namen weg. Ich finde “e” s einfach nicht ästhetisch…lol… nee die Worterkennung kennt Ulrik nicht wirklich und verbessert sogar mich immer.
Dabei habe ich einen schönen skandinavischen Namen :wink:

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#11

@Ulrik,
zur Ergänzung:


Ich nehme an, dass der Link zu netzfrauen.org zu der Aussage über die Verbindung von Glyphosat und Autismus geführt hat.

Aber wenn man die verschiendenen Aussage innerhalb der WHO und die Systematik die zur Erstellung der Schlußfolgerungen führt, finde ich die Aussage über diese Korrelation von Glyphosat und Autismus als zutreffend. Was die wissenschaftliche Qualität der Untersuchungen betrifft, möchte ich nur anmerken, dass alle Schlußfolgerungen mögliche Folgen sind. Gleich ob krebserregend, nicht krebserregned oder wahrscheinlich krebserregend, sind Möglichkeiten die zutreffen können oder auch nicht.
Deshalb kann ich @Uwe´s

[quote=“Uwe, post:5, topic:28776”] nur teilen
Ich tendiere in dem Zusammenhang zur Haltung der EU.
[/quote]

Im Zweifel dagegen.
Siehe die Auswirkungen von DDT. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97208/Autismus-Studie-sieht-Verbindung-mit-verbotenem-Insektizid-DDT

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#12

Upps, wie komme ich in diese Aufzählung? Danke für die Lorbeeren :blush:

Ähmm, ich kann Ulrik grundsätzlich zustimmen. Die Argumentation in der Ini ist so dünn, da würde ich nicht einmal meine Katze aufs Eis lassen.

Nachdem ich den Zeit-Artikel gelesen habe, den Dieter verlinkt hat, könnte ich mir vorstellen, dass wir uns v.a. auf den Hinweis zur EU-Richtlinie 1107/2009 berufen, der ganz am Ende aufgeführt wird:

Wäre da nicht die EU-Verordnung mit der Nummer 1107/2009.

Diese Verordnung regelt das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Gemäß dieser Verordnung darf ein Wirkstoff nur dann zugelassen werden, wenn er nicht als bekanntermaßen oder wahrscheinlich krebserzeugend einzustufen ist. Als Nachweis reichen, laut EU-Verordnung Nummer 1272/2008, zwei voneinander unabhängige tierexperimentelle Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Substanz und einer erhöhten Tumorhäufigkeit aufzeigen.

Genau das ist bei Glyphosat der Fall, es gibt die beiden Mäusestudien.

Hinter dieser strengen Regelung steht der Gedanke, dass der einzelne Verbraucher selbst bestimmen kann, wie viel rotes Fleisch er isst, wie viel Alkohol er trinkt, wie viele Zigaretten er raucht. Bei einem Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat ist das anders. Niemand, der sich nicht ausschließlich von Bioprodukten ernährt, kann annähernd überblicken, welche Menge des Pestizids er aufnimmt.

Mit diesem Aspekt könnten wir uns doch einfach darauf berufen, dass die EU-Kommission doch einfach nur ihr eigenes Regelwerk umsetzen muss und gar nicht anders kann, als Glyphosat und andere Stoffe entsprechend zu verbieten.

Wenn ich @gedankenwind richtig verstehe, dann wird eine neue Problembeschreibung samt Argumentation und entsprechenden Quellen erarbeiten und diese würde dann bei Annahme die jetzige angenommen Ini ersetzen?

Nach der geleisteten Vorarbeit hier im Thread könnte ich mir vorstellen, diese Arbeit zu übernehmen. Wenn es noch andere formelle sowie inhaltliche Hinweise zur Erarbeitung gibt, wäre ich sehr dankbar - auch wenn ich es nicht immer so zeige. :heart:

Wer ist noch dabei?

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