Webseite Plenum

5% mehr Frauen* für DiB!


#22

Das ist zweifellos ein Grund , der allerdings nur die jungen Frauen von Parlamenten und Parteien fernhalten würde . Wenn ich mich hier bei DiB so umschaue , scheint mir das nicht ganz so zu sein , aber ich kenne natürlich nicht das Alter “unserer” Frauen und kann nur vermuten , dass das Verhältnis eher ausgewogen ist .

Es ist wohl eher eine Vielzahl von Gründen zu geben , die Menschen allgemein von politischen Aktivitäten abhalten . Und die Meisten dürften eher geschlechtsunabhängig sein . Das soll aber nicht heißen , dass WIR nicht gegen die speziellen weiblichen Hemmnisse anzukämpfen - einfach der Gerechtigkeit wegen , aber auch weil die “weibliche Note” der politischen Arbeit gut tut .

Vielleicht sind es aber auch gerade diese “weiblichen Eigenschaften” , die Frauen von der großen Politik fernhalten , denn es ist schon noch immer ein “schmutziges Geschäft” mit sehr rauen Gepflogenheiten .

Auf der Suche nach den Ursachen ist es sicher nicht hilfreich , nur in unserer Filterblase nachzuforschen . Was @Surfista andeutete deckt sich auch mit meinen Beobachtungen . Ich kenne viele sehr engagierte Frauen jeden Alters mit sehr fundierten Meinungen , die sich auch schnell auf die Straße begeben , um für ihre Interessen zu kämpfen , doch angesprochen , sich doch bei uns zu engagieren , kam nur Ablehnung . Kaum eine Frau gab mir eine schlüssige Begründung - klang irgendwie meist nach Ausreden . Das war allerdings bei den wenigen Männern , die ich ansprach , nicht anders .


#23

Hallo @Anett, ich war auch eine berufstätige Mutter, und bin ein halbes Jahr nach der Geburt wieder arbeiten gegangen und mein Mann hat unser Kind versorgt, einfach aus dem Grund, weil ich die sichere Stellung (öffentlicher Dienst) und das bessere Gehalt hatte.

Eigentlich war alles gut, trotz dem hatte ich permanent ein schlechtes Gewissen und das unbestimmte Gefühl, dass ich das falsche tue und eine schlechte Mutter bin, warum auch immer. :flushed:

Möglicherweise spielt uns die Natur einen Streich, und Frauen können die Mutterrolle nicht ablegen, auch wenn es gute Gründe gibt, es zu tun.

Insofern gebe ich @Surfista recht, ich fürchte, die Gründe liegen tiefer, und sind nicht so einfach zu beseitigen.

Die Idee mit der Kinderbetreuung bei Parteiveranstaltungen finde ich gut, sollten wir auf jeden Fall dranbleiben.


#24

Kenne ich auch Erzählungen. Da kommen Begriffe wie “Rabenmutter”. Ich nehme an, dass das schlechte Gewissen nicht aus der Biologie, sondern aus der Gesellschaft kommt. Um ein bekanntes Zitat von de Beauvoir abzuwandeln: Das schlechte Gewissen wird einem gemacht, man wird nicht damit geboren.


#25

Da muss ich dich enttäuschen, das schlechte Gewissen kam von mir selbst, Niemand hat in der Phase gesagt, dass ich eine schlechte Mutter bin.


#26

Ich würde da jetzt zu gern wiedersprechen @miri oder das zumindest in Frage stellen (dass das schlechte Gewissen nur von dir selber kam).
Allein, da würden wir in die Soziologie und Psychologie abdriften und weit weg vom Anliegen sein.
Nicht zuletzt ist das Ergebnis entscheidend - du hast ein schlechtes Gewissen gehabt. Da gibt es nichts zu deuteln. Ich wollte ja mit meinem Vorschlag vom Deuteln weg kommen und ins Handeln. Um es auf den Punkt zu bringen.
Welcher Mann würde sich bereit erklären, dieses Unterfangen mal anzugehen, eine Gruppe von Interessierten zu finden, die organisatorisch durchdenkt, wie wir es bei DiB möglich machen können, dass zu unseren Veranstaltungen immer für Kinderbetreuung gesorgt ist. Wenn am Ende ein Konzept steht, was die Umsetzung ermöglicht, wäre das 'ne echt fette Hausnummer und wir könnten mit stolz geschwellter Brust sagen “wir haben die coolsten Leute bei uns an bord” :sunglasses:


#27

Aber wieso unbedingt ein Mann?


#28

Weil die Frauen Politik machen wollen. :gerechtigkeit:


#29

Achsoooooooooo. Sag das doch gleich!!!


#30

Bei welchen Veranstaltungen sollten wir Kinderbetreuung anbieten?

Die DiB-Tische finden in der Regel abends statt, wo meines Wissens Kinder ins Bett gebracht werden. Der Bedarf wäre also eher DiB-Tische auch mal tagsüber stattfinden zu lassen.

Bevor wieder Teams gegründet werden, sollten wir die Ideen und Maßnahmen in die bestehenden Teams tragen.

Damit gebe ich den Punkt an @Grevee für das Team der DiB-Tische. Und vielleicht kennt er auch die Rückmeldungen zur Kinderbetreuung beim Parteitag?!


#31

Danke @gedankenwind, die Gedanken, die du dir hier gleich anfängst zu machen, sollten in der Gruppe - von einem Mann geleitet - alle systehmatisch durchgegangen werden.
Mit allen Verbindungen zu anderen Gruppen und deren Verantwortlichkeiten. Oder ?
Sonst geht das hier los und keiner fühlt sich verantwortlich und alle tollen Ideen verschwinden im Nirwana (Ich sag dann mal hier und da noch den anderen Bescheid)
Das wäre sehr schade. :face_with_raised_eyebrow:


#32

Guter Punkt, den hatten wir bisher in der Tat nicht auf dem Schirm :wink:
Ich nehme ihn mit in unseren nächsten Call.
Die KInderbetreuung wurde für den Parteitag nur von einer 1 Person für 1 Kind ca. 3 Tage vor dem Parteitag angefragt. Wir haben uns dann im Orga-Team dagegen entschieden, da beide Eltern des Kindes vor Ort waren und die Betreuung selbst übernehmen konnten.


#33

Gut, dann möchte ich hier doch in die Tiefe gehen und den politischen Hintergrund, den ich sehe, beschreiben.
@Grevee schreibt, dass der Bedarf der Kinderbetreuung zum BPT nicht nötig war und dass das angemeldete Kind (knapp vorher) dann von den Eltern übernommen wurde.
Dem liegen 2 Aspekte zu Grunde.

  1. Kindererziehung ist Privatsache
    Eltern sind es gewöhnt sich selber kümmern zu müssen und wenn sie in der (glücklichen) Lage sind, nicht allein zu erziehen, gibt es in jedem Fall die Verhandlungen im Vorfeld, wer wann ohne Kind unterwegs ist (sein darf?). Oder anders gesagt, wer auf das Kind aufpasst. Ich mutmaße jetzt mal frech, dass die Mütter in der Regel öfter beim Kind bleiben. Die Begründungen können vielfältig sein.
    Im Falle vom alleinerziehenden Elternteil, der statistisch gesehen die Frauen (Mütter) stärker betrifft, ist es noch schwieriger bis unmöglich - schon gar nicht finanziell betrachtet - politisch aktiv zu sein. Nicht zuletzt haftet der Anfrage immer an, peinlicher Weise nicht in der Lage zu sein, sich selber um diese “private Angelegenheit” kümmern zu können. Eine art von Versagen und der Notwendigkeit um Hilfe zu bitten. Alles ziemlich große Hürden.

  2. DiB möchte mehr Frauen an Bord holen.
    Wir haben uns schon oft viele Gedanken gemacht, wie wir das erreichen können und Zahlen und Statistiken bemüht um den Gründen auf die Schliche zu kommen.
    Dazu müssen wir klar festhalten, dass Kinder in dieses Bild von politischer Arbeit nicht rein passen. Mal gerade das ab und zu im Call ein Kind durch den Bildschirm huscht und/oder kurz in die Runde winkt.

Ich habe schon von vielen Parteien und deren Anstrengungen gehört, mehr Frauen an Bord zu holen. Ich habe aber noch nie gehört, dass Kinder einfach zu jeder Veranstaltung ihren Platz mit haben. Wir also ganz selbstverständlich und ohne vorherige Anmeldung für (alle) mit sorgen, für die wir Politik machen wollen. Familienfreundlich sozusagen.
Sorry, dass mir da als Beispiel nur der Kindergottesdienst einfällt. :see_no_evil:
Während die Erwachsenen dem Pfarrer zu hören, nimmt eine Person die Kinder mit raus und macht mit denen was in einem anderen Raum. Ohne vorherige Anmeldung oder so.

Ja, ja, ich weiß. Ich höre schon alle die “… ja, aber” - unbenommen.
Das ist ein dickes Brett zu boren.
Darum habe ich ja dazu aufgerufen, dass sich hier eine Gruppe findet, die das mal genau aufschlüsselt, was das im Detail bedeuten würde. Also, wo wir überall als DiB unterwegs sind, wo in der Zeit die Kinder sind und wie wir es möglich machen könnten, da eine Brücke zu schlagen.

Da es darum geht, die Frauen in die Politik zu holen und wir statistisch wissen, dass den Frauen mehr die Kinderbetreuung überlassen wird, ist es wichtig, hier nicht auch noch mehrheitlich die Frauen im Team einzubinden.

Ich mach jetzt mal 'ne Wette auf. :face_with_raised_eyebrow:
Wenn wir ein Team bilden, was sich dieser Problematik an nimmt und wenn dieses Team es schafft, ein Konzept zu erarbeiten, was die Umsetzung zum Ergebnis hat und wir einfach anfangen kinderfreundlich bei DiB unsere Politik.Anders.Machen und sich das rum spricht, dann haben wir mit Sicherheit auf mehreren Ebenen Erfolg. :sunglasses:
Dann schmeiß ich 'ne Runde Kinderbetreunung vom feinsten. Verspochen.


#34

Danke für deine Analyse der Situation am BPT. Der stimme ich voll zu.

Im Grunde bräuchten wir doch sowas wie eine*n Familienbeauftragte*n oder Gleichstellungsbeauftragte*n. Das haben wir nicht. Aber wir haben die Gruppe der Frauen*. Allerdings ist dein Vorschlag ja, und auch gut begründet, den Frauen* das jetzt nicht auch noch aufzubürden. (Ich habe meine Bauchschmerzen mit diesem Wunsch, aber egal erstmal.)

Es gibt aber auch einen TK Geschlechterpolitik, wobei wohl ehrlicherweise gesagt werden muss, dass es das nicht gibt, denn es ist nicht aktiv. Aber ein TK wäre wohl auch nicht die richtige Adresse. Wir bräuchten ja eher ein

Ich bin voll dafür, dass wir ein Gleichstellungsteam suchen, mindestens aber eine*n Gleichstellungsbeauftragte*n. Vielleicht zwei (mindestens), nämlich männlich und weiblich. Das Team hätte dann eh so viele Aufgaben zu erledigen, dass der männlichen Person, deinem Wunsch gemäß, die Aufgabe der Kinderbetreuung übertragen werden könnte.


#35

#36

Danke Friedrich, genau davon hatte ich weiter oben berichtet.
Cool, dass du es gleich parat hast. :dib_spirit:


#37

Hallo @Ilkruegro, in meinem Verständnis ist das nicht die Aufgabe eines/einer Gleichstellungsbeautragten.
Es ist die Aufgabe eines Teams, was die Vorarbeit leistet (Konzept erarbeitet) und dann findet das einfach statt. Es könnte höchstens danach eine Rolle geschaffen werden (paritätisch besetz), die Unterstützung gibt, wenn die Umsetzung Probleme bereitet (wovon ich ausgehe) und die Call’s organisiert, wo sich z.B. Verantwortliche aus jedem Bundesland zum Austausch treffen und das Konzept weiter entwickelt und den sich entwickelnden Situationen anpasst. Wozu wir immer wieder, in einer für mich bewundernswerten Agilität, in der Lage sind. Das ist eine große Stärke von DiB. :grinning:

Wenn wir das an eine/n Beauftragten deligieren ist das vom Tisch und die Person rödelt dann allein an der Realisierung, wärend alle anderen weiter Politik machen. :face_with_raised_eyebrow:
Sorry, ist meine Wahrnehmung bei derlei Themen (siehe Frauen und Vielfalt).


#38

Ich sehe bei der Kinderbetreuung aber auch ein Problem: Das funktioniert einfach erst ab einem gewissen Alter, meist das Alter, wo man das Kind auch leichter anderweitig unterbringen kann. Kleine Kinder (0-2 oder 3 Jahre) gewöhnen sich nun mal nicht schnell an neue Bezugspersonen. Wir hatten bei einem Stipendiatenseminar (verpflichtend) ich glaube 3 Frauen von ca. 20 Leuten, die ein Kind unter drei Jahren hatten, und nur eine hat die Kinderbetreuung in Anspruch genommen. Wobei der Kreis eigentlich noch größer ist, weil nur 2 Seminare von 7 möglichen Kinderbetreuung überhaupt angeboten haben.
Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, wenn die Kinder klein sind ist der Kopf mit Alltagsproblemen voll ausgelastet, da denkt man an nichts anderes mehr. Aber vielleicht könnte man die Gründe näher eingrenzen, wenn man den Frauenanteil in verschiedenen Altersgruppen betrachtet?


#39

Ich habe mit meinem Impuls nicht davon geredet, dass die Kinderbetreuung problemlos ist. Ich habe gefragt, ob es ein paar kinderfreundliche Menschen (vorzugsweise Männer) gibt, die ein Team bilden und sich dem Problem mal annehmen könnten und ein Konzept erarbeiten, das deine Bedenken @Bianca_Schubert und die der anderen berücksichtigt.
Wenn wir es versucht haben, lässt sich verlässlicher Auskunft darüber geben, ob es Sinn macht, als es schon vorher in Frage zu stellen.
Im übrigen können Baby’s ja gern bei der Bezugsperson bleiben. Kein Ding, oder? Die rennen nicht rum und wollen nicht beschäftigt werden. Füttern, poofen, vielleicht mal Windeln wechseln, Ende (im Durchschnitt).
Also noch mal der Aufruf an alle familienfreundlichen Menschen/Männer. Schaufelt den Frauen den Rücken frei und seid dabei, ein Konzept zu erarbeiten, das ermöglicht, dass DiB familienfreundlich wird. Wer macht mit? :luv: :dib_spirit: :luv: :pray:


#40

Kleine Babys, kein Problem, ab spätestens 1 bis ca. 2,5 Jahre wirds schwierig. Für größere Kinder aber sicher eine gute Idee, es müssen sich aber alle an häufigere Störungen gewöhnen.
Mit der Analyse der Altersstruktur könnte man aber eben auch herausfinden, ob Kinderbetreuung das mutmaßlich größte Hindernis ist. Ist das Geschlechterverhältnis bei der Generation 50+ und unter 22 deutlich anders als bei den Menschen im einschlägigen Alter? Wenn nicht spielen vielleicht einfach andere Faktoren eine wichtigere Rolle.


#41

Ja genau @Bianca_Schubert, all diese deine Gedanken sollten hier nicht im Thread verschwinden, sondern in einem Team aufgenommen, bedacht, bearbeitet und zu einem Konzept entwickelt werden.
Das scheint echt sehr schwer zu sein.
Immer wieder wird auf den Inhalt der Thematik eingegengen, statt das einfach ein paar Leute sagen: “Hier, ich bin dabei.” :confused: